Allergien bei Hunden

26.10.2019 12:02

Allergien

Allergien sind, wie bei uns Menschen, eine nur teilweise erforschte Krankheit. Der Körper reagiert durch vermeintlich plötzliche Hypersensibilität auf "normale" Stoffe seiner Umgebung in übertriebenem Maß (z.B. Pollenallergie) bzw., nach mancher Erkenntnis, auch auf Stoffe seines eigenen Organismus. Dieses Phänomen der "Autoallergie" ist unter
anderem im Bereich der Hauterkrankungen (Dermatitis) vermutet.

Einigkeit in der Wissenschaft herrscht darüber, daß Allergien sich meistens prenatal (vor der Geburt) oder im sehr jungen Entwicklungsstadium ausprägen bzw. genetisch vorgegeben
sind, d.h., vererbt werden.

In dem Fall der genetischen Veranlagung handelt es sich um sogenannte Atopien, die streng genommen von den Allergien unterschieden werden. Allergieanfälligkeit wird erhöht durch ein schwaches oder instabiles Immunsystem in der (auch prenatalen) Entwicklung. Grundsätzlich sind Infektionen gerade für den heranwachsenden Organismus äußerst wichtig, da sie das Immunsystem dessen stärken.

Die Zunahme allergischer Erkrankungen liegt wahrscheinlich auch begründet in unserer heutigen Zivilisation und der Güte der medizinischen Versorgung. Infektionskrankheiten
werden vermieden durch gesteigerte Hygiene bzw., wenn eine Infektion vorliegt, direkt medikamentös behandelt ohne dem Organismus Zeit zu lassen, sich selbst darauf einzustellen. Im späteren Leben ist das Immunsystem somit meist unvorbereitet gegen erneute Angriffe von außen.

Direkte Einflußfaktoren (beeinflußbar):

- Inzest / übertriebene Linienzucht

- Zucht mit vorbelastetem Genpool, d.h., bereits allergische Elterntiere

- Entzug der Muttermilch, d.h. immunsystembildender/- stärkender Enzyme, im jüngsten postnatalen Stadium

- falsche Ernährung, z.B. Schweinefleisch (Mettwurst, Leberwurst etc); enthält hohe Anteile MHC (= major histocompatibility complex); Stoffe zur Zellrekognizierung, d.h.,Identifikation auf Eigen- oder Fremdkörper

- falsche oder übertriebene Körperpflege und Hygiene ("chemische Keule"); z.B. beginnend mit beabsichtigter Sterilität in der "Wurfkiste" durch Verwendung scharfer
Reiniger; spätere Verwendung von Hundeshampoos; Stylingmittel für Ausstellungshunde etc.

- Verwendung von weiterer Chemie am Körper, z.B. Lederhalsbänder (div. Chemikalien aus dem Gerbungsprozeß), übertriebener Einsatz von Antiparasitika; Verwendung weiterer Allergenträger, z.B. Nickel (an Halsband / Geschirr)

- übertriebener Medikamenteneinsatz, z.B. Antibiotioka bei kleinsten Verletzungen; (ACHTUNG!! Beim Tierarzt auch mal nachfragen, was da gerade gemacht wird und ruhig
mal "nein" sagen)

Diffuse Einflußfaktoren (nicht zu beeinflussen)

- unvermeidbare Umwelteinflüsse (Umweltverschmutzung); diese stehen im Verdacht, die meisten Allergieausbrüche zu forcieren; direkte Verursachung ist nicht nachgewiesen
 
- genetische Mutation; unvermeidbare Veränderungen durch z.T. äußere Einflüsse; unabdingbar, auch im Rahmen der Evolution

- Ernährung; viele Stoffe, z.B. Konservierungsstoffe stehen im Verdacht, allergieauslösend zu sein; tw. unvermeidbar für den Halter, da die Deklarationspflicht noch nicht dermaßen
geregelt ist


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